Ernährungsberatung an der CVS

"Eat smart with heart – klug essen, mit Herz. Eine Aussage, die viele Fragen aufwirft. Die WGJ1-1 hatte das Glück, diese Fragen zu klären. Im Anschluss an den Besuch auf dem Rengoldshausener Hof im Rahmen des Unterrichtsthemas „Environment and Consumers“ besuchte Frau Andrea Huber-Jürß die Klasse. Andrea Huber-Jürß ist Ernährungswissenschaftlerin mit über 30 Jahren Berufserfahrung, davon viele Jahre in einer internationalen Klinik für Heilfasten und integrative Medizin. Sie gründete die „idealeat GmbH mit eigener eingetragener Marke, um Menschen zu inspirieren, „Essen als Medizin“ in unseren Alltag zu integrieren – mit allen Vorteilen für Gesundheit und Umwelt. Sie ist mit ihrem Slogan „Eat smart with heart“ weltweit unterwegs und bietet ihre Präsentation auf Deutsch, Englisch und Französisch an, kann sich also flexibel aufs Publikum einstellen.

Die Schüler*innen erwartete am Montagmorgen bereits ein voll vorbereitetes Klassenzimmer, das voller gesunder Snacks und interessanter Rezept-Bücher war. Im ersten Teil ihrer Präsentation lernten sie etwas über die Auswirkungen und Folgen einer heutzutage durchschnittlichen Ernährung. Mangelhafte Ernährung nimmt dir Kraft und kann über starke Blutzuckerschwankungen, Nährstoffmangel und einen gestörten Darm, Müdigkeit, Konzentrations- und Angststörungen, Aggressionen und sogar Depressionen fördern. Im Anschluss bekamen die Schüler*innen die Aufgabe, langweilig aussehendes Gemüse lecker und attraktiv aussehen und schmecken zu lassen. Dafür bereitete Andrea Huber-Jürß Gemüse vor, welches mit verschiedensten gesunden Toppings „frisiert“ werden konnte. Die Ergebnisse konnten sich sowohl sehen als auch schmecken lassen. Zum Beispiel gab es Gurkenschnitte, die wie ein Plätzchen ausgestochen und mit Karotte gefüllt waren. Obendrauf wahlweise eine Creme aus Tomate oder Curry. Diese konnten jetzt noch mit bereits fertiggestellten Toppings wie Nüssen, Mandeln, Blaubeeren, Erdbeeren und weiteren Zutaten „frisiert“ werden. Für die Leute, die keine Karotten oder Gurken mochten, gab es alternativ noch Kohlrabi. Damit zeigte sie, wie einfach und lecker nahrhafte und gesunde Alternativen zur „Zuckerbombe“ aussehen können. Sie zeigte weitere Ideen, wie mit Gewürzen marinierte Gemüse und Süßkartoffeln aus dem Backofen und saftig belegte Vollkornsandwiches. Mit dem Spiralschneider konnten die Schülerinnen und Schüler aus rohen Gemüsen einfach Spaghetti, Tagliatelle und andere Pastaformen herstellen. Diese kann man dann mit Pesto oder würzigen Saucen kombinieren oder auch als kalten Snack genießen. Außerdem erklärte sie den Schüler*innen, dass gesunde Ernährung sich positiv auf die Schulnoten auswirken kann. Ein stabiler Blutzucker ist gut für eine gleichmäßige Gehirnleistung und gute Stimmung. Dafür brachte sie zuckerfreie Bio-Haferflocken sowie eine Flockenquetsche mit, mit der die Schüler*innen aus Haferkörnern selbst Flocken quetschen und mit Naturjoghurt und frischer Himbeersauce, Zimt und Vanille probieren durften – ein lange satt machendes Brainfood.

Am Ende ihrer Präsentation zählte sie noch viele Alternativen zu Snacks im Sinne von „Fast Food“ auf. Nüsse, Ölsaaten und Gewürze – zu denen Salz nicht gehört – bezeichnet sie als Power-Fast-Food. Ein weiteres Lob sprach sie den Schutzstoffen wie Polyphenolen in Beeren zu. Beeren seien „Low Sugar Super Food“, als Rohkostpulver erhältlich oder im Winter tiefgefroren für Saucen, Smoothies oder Bowls. Bevor sie die Klasse WGJ1-1 wieder verlassen musste, beantwortete sie noch Fragen. Wussten Sie, dass Deutsche die vierfache Menge an Zucker essen, die pro Tag als Höchstmenge empfohlen wird? Die WHO empfiehlt idealerweise höchstens 25g Zucker pro Tag, jedoch allerhöchstens 50g. Verzehrt werden in Deutschland im Durchschnitt 95g pro Tag, bei Kindern oft noch mehr. Zuckersucht ist ein großes Problem, auch für die Zukunft. Frau Huber-Jürß empfiehlt allen, spaßeshalber eine Woche lang alles zu fotografieren, was man verzehrt, inklusive Getränke. So kann man seinen persönlichen Zuckerkonsum berechnen oder sogar gemeinsam eine zuckerfreie Woche mit attraktiven Alternativen versuchen. Ihre abschließenden Worte betonten, wie wichtig die Unterstützung der Jugendlichen in diesem Thema sei. Offiziell ist gesunde Ernährung an Schulen kein erklärtes politisches Ziel, sondern nur eine Empfehlung, ohne Finanzierung. Frau Andrea Huber-Jürß engagiert sich dafür, dass es Schülern und Lehrkräften leicht gemacht wird, kostengünstiges, köstliches Brainfood idealerweise aus Bio-Erzeugung zu bekommen. Sie motivierte auch dazu, gemeinsame gesunde Snacks zuzubereiten oder zusammen zu kochen, um unser „normales“ Essen zu einer täglichen Kraftquelle und leckeren Stärkung des Immunsystems zu machen. Ihr letzter Satz war besonders erwähnenswert. Andrea Huber-Jürß erzählte von einer internen Studie einer großen Investment-Banking-Firma, die die Frage untersuchte: „Wäre es gut für die Wirtschaft, wenn die Weltbevölkerung gesund wäre?“ Die Antwort: Nein, da es ein gutes Business ist.

Danach waren die Englischstunden von Frau Czerwoniak vorbei. Nach Rücksprache mit den Schüler*innen lässt sich zunächst einmal festhalten, wie gut sie es finden, dass Lehrer so etwas zur Verfügung stellen. Der Großteil der Klasse fand die Präsentation sehr anschaulich; viele sagten, es hätte ihnen die Augen geöffnet. In der Klasse herrschte ein sehr interessiertes Klima.

Die WGJ1-1 bedankte sich dafür bei Andrea Huber-Jürß und bei Frau Czerwoniak für Organisation und Zeit.