Ausflug Straßbourg
Auf nach Strasbourg, lautete die diesjährige Devise für das Kollegium der CVS: Wir sind Erasmusschule und müssen mehr Europa sein.
Der Schreck war groß, als klar wurde: wir fahren um 7:00 Uhr los und kommen vor 23:00 Uhr nicht zurück. So schnell wird man wieder Schüler- so früh los, so spät zurück und den ganzen Tag unausweichlich verbunden mit all den Kolleginnen und Kollegen! Solche Erfahrungen mit sich selbst helfen einem doch gleich, wenn man zukünftig wieder den Halbstarken gegenüber Ausflüge rechtfertigen muss.
Besonders war die Busfahrt schon allein deshalb, weil uns ehemalige Teile des Kollegiums begleiteten: Frau Haller, unsere erfahrener BWL-Profi und unser ehemaliger Rektor Herr Krimmer, der der CVS ihr eigentliches Gesicht gegeben hat.
Viele Gespräche, und das Abenteuer der Klosuche abseits von Autobahnparkplätzen mit abgeschlossen WC-Anlagen verkürzten die dreistündige Fahrt erheblich. Zuletzt kamen wir über Fußweg und Tram nach Strasbourg, weil die Übergänge über den Rhein für den Bus an jeder Ecke gesperrt schienen.
Vom Abenteuer den Turm des Straßburger Münsters zu besteigen mussten endlich auch alle Willigen absehen, da die Warteschlange selbst Idealisten zu unüberwindlich erschien. Andere sind gleich ins Café verschwunden, weil man im Bus noch nicht lange genug saß oder weil das Angebot elsässischer Leckerbissen zu verlockend in den Auslagen prangte. Einige sollen wohl auch shoppen gewesen sein, jedenfalls traf man rund um das Münster ständig auf Teile des CVS-Lehrkörpers.
Der 11. Juli 2023. unser Ausflugstag war heiß, sehr heiß, weswegen der um die Mittagszeit erfolgte Fußmarsch zum Europaparlament bei 36 Grad selbst rüstige Rentner an den Rand des Erträglichen führte. Auch hier denken wir demütig zurück an den Schülerinnen und Schülern abverlangte Gehzeiten von über einer Stunde durch das Septembersonne schwüle Paris…
Im Parlament dann war es winterkalt und die Belegschaft in Anzügen kontrastierte mit unserer durchschwitzten und hitzegeladenen Mattigkeit. Endlose Flure und ein schickes Interieur zeigen, dass hier wohl noch aus den Vollen geschöpft wird. Unser Gang in den Plenarsaal glich dem eines Hausangestellten zur zugemessenen Pause auf dafür vorgerichteten Klappsitzen weit weg vom eigentlichen Geschehen. Neben Spanisch, Italienisch, Deutsch, Griechisch und natürlich Englisch, konnte man sich die Redebeiträge über die dafür bereitliegenden Kopfhörer auch auf Chinesisch übersetzen lassen. Die hart arbeitenden Übersetzer im Plenarsaal schraubten die Quantität der unten Sitzenden merklich nach oben. Auf den ersten Blick schienen maximal 30 dort unten präsent zu sein, abzüglich der 10 Übersetzenden, war das für uns als Fußvolk doch eine böse Überraschung. Nicht zuletzt aufgrund dieser spürbaren Enttäuschung kamen wir im Anschluss daran in die „Therapiesitzung“ von Herrn Heyer, der als Öffentlichkeitsbeauftragter die Aufgabe hatte uns aufzuklären, warum so wenige im Plenarsaal sitzen: das sei Themengebiet abhängig und nur mittags müssten alle sich dort einmal versammeln.
Nach einer Stunde verließen wir den Palast zugunsten einer einfachen und gemütlichen Beiz für eine Weinprobe mit Delikatesshäppchen. In trauter Einheit verschwanden europäische Interessen im Cuvée des Besitzers- nicht zuletzt auf europäischem Boden.
Dem Sturm und Busfahrerwechsel zum Trotz sind wir trockenen Fußes wieder in Überlingen gelandet.
Herzlichen Dank an die Organisatorinnen Nicole Czerwoniak und Gabi Schrodin, die uns mit dem Programm und dem Tag eine wirklich schöne Auszeit beschert haben. Dank gilt auch dem Busfahrer, der morgens für seinen kranken Kollegen eingesprungen ist und die gesamte Fahrt so erst möglich gemacht hat.